12.05.2008

WEEE Kennzeichnung von Elektrogeräten in der EU

weee Das Aufkommen von Müll in Industriestaaten der EU, und zunehmend auch in Schwellenländern, ist groß, die Entsorgung teuer. Die Tendenz ist steigend. Müllberge wachsen den Stadträndern oder werden im großen Stil verbrannt. Problemmüll ist dabei keine kleine Menge und schwierig zu entsorgen. Elektro- und Elektronikgeräte gehören zu dieser Klasse von Müll, bergen aber neben der Problematik der Entsorgung ein großes Potential an wiederverwertbaren Rohstoffen. Besonders im Hinblick auf immer weiter steigende Rohstoffkosten, kann das Recycling sogar kostenneutral oder gewinnbringend sein. Berge von Metallschrott müssen heute aufwändig bewacht werden, weil deren Wert oft unerwartet hoch ist.

Seit dem 13. August 2005 müssen alle Elektro- und Elektronikgeräte, die in der Europäischen Union in Verkehr gebracht werden, mit einem Aufkleber, den sogenannten WEEE-Etiketten, gekennzeichnet werden. WEEE ist die englische Abkürzung von "Waste Electrical and Electronic Equipment", was ins Deutsche übersetzt "Elektro- und Elektronik-Schrottgeräte" bedeutet.

Diese WEEE-Richtlinie der EU wurde in Deutschland als das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) 2005 ins nationale Recht umgesetzt. Hintergrund des Gesetzes ist es, die Wiederverwendung von Elektronikschrott zu vermehren.

Produktgruppen, die dem Gesetz unterliegen, sind neben kleine und große Haushaltsgeräte, Informationstechnik und Telekommunikationsgeäte, elektrische Werkzeuge, Spielzeuge auch medizinische Geräte und alle Arten Überwachungsgeräte und automatische Ausgabesysteme (wie zum Beispiel Parkscheinautomaten).

Auf den Etiketten ist eine durchgestrichenen Mülltonne abgebildet. Es soll den Endverbraucher daran erinnern, diese Geräte nach dem Gebrauch nicht in den Hausmüll zu entsorgen, sondern, wie gesetzlich vorgeschrieben, den Herstellern zurückzuführen. Die erweiterte Herstellerverantwortung für seine Geräte soll den Hersteller dazu bringen, schon während der Produktentwicklung auf Recyclingfähigkeit zu achten. Teuer zu entsorgende Bauteile werden verhindert, der Anteil an wiederverwendbaren Baugruppen wird erhöht und die Zeit für die Entsorgung pro Gerät wird minimiert. Im Endeffekt bekommt der Endverbraucher besser konzipierte Geräte, die dem derzeitigen ökologischen Zeitgeist entsprechen. Schlecht entsorgbare Geräte verschinden vom Markt. Ganz nebenbei wirkt sich die Verringerung des Hausmülls positiv auf die Haushaltskasse der Benutzer aus.

Hinterlasse einen Kommentar

Dein Kommentar:

Kategorien