Studium im EU-Ausland

Mehr als nur ein Plus auf dem Lebenslauf
Ein Studium im EU-Ausland macht sich auf jedem Lebenslauf gut. 2004 zählte man bereits 69.000 deutsche Studenten, die an einer ausländischen Hochschule eingeschrieben waren. Jedoch bedarf es hierbei einer ausgiebigen Planung und Organisation. Dabei sollte nicht nur das Finanzielle geklärt sein, sondern auch Fragen über Versicherung, die Unterkunft und Anerkennung des Studiums im Inland.

Am einfachsten, ein solches Unternehmen zu realisieren, ist es wohl, wenn man bereits im Inland immatrikuliert ist und dann ein Auslandssemester plant. Häufig wird vorgeschlagen, dieses nach dem Grundstudium durchzuführen. Dabei erweist sich besonders das von der EU 1987 gegründete Erasmus-Programm als hilfreich, welches nicht nur Studienaufenthalte, sondern unter anderem auch Auslandspraktika im Rahmen des Studiums fördert.

Hierbei stellt der Deutsche Akademische Austausch Dienst (DAAD) eine unverzichtbare Informationsquelle dar. Viele, die im Inland kein Bafög erhalten, haben jedoch im Ausland einen Anspruch darauf, da sich hier die Auswahlkriterien verschieben.


Strebt jemand ein komplettes Studium im EU-Ausland an, so informiert man sich am besten über die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit. Diese bietet ausführliche Informationen zu den jeweiligen Studienbedingungen und Universitäten in seinem Wunsch-Land. Eine weitere nützliche Adresse stellt die Internet-Plattform Rausvonzuhaus.de dar, die speziell an junge Menschen, die das Fernweh plagt, gerichtet ist.

Es empfiehlt sich, seine Sprachkenntnisse bereits zu Hause etwa an Volkshochschulen aufzupolieren und seine Landeskenntnisse über das Zielland zu vertiefen, damit der Kultur Shock in Grenzen gehalten werden kann und man nicht frustriert und überstürzt seinen Rückflug buchen muss. Wichtig ist auf jedem Fall die frühzeitige Planung, damit man dann im fremden Land keine bösen Überraschungen erlebt. Bei einem Auslandssemester sollte man sich aber nicht unbedingt die Leistung und den Erfolg in seinem Studienfach als absolute Priorität setzen. Vielmehr sollte es darum gehen, Erfahrungen zu sammeln, Selbstständigkeit zu erlernen und neuen Herausforderungen entgegenzutreten.

Viele argumentieren oft gegen eine Auslandserfahrung, weil sie Angst vorm Zurückkehren haben und glauben, alles wird sich um sie herum plötzlich verändert haben. Die Wahrheit ist jedoch häufig, dass sich nur derjenige, der geht, weiterentwickelt. Denn eins ist auf jeden Fall gewiss: neben dem Plus auf seinem Lebenslauf, formt und stärkt sich auch der Charakter.